13. Februar 2020
Keine Lockerung des Zölibats, keine Diakoninnenweihe, schon gar keine Priesterinnenweihe – Papst Franziskus enttäuscht auf ganzer Linie, zumindest jene, die sich vom Nachsynodalen Schreiben Wasser auf ihre Mühlen der ‚Kirchenreform’ erhofft hatten. Statt Lehramtliches vier „Träume“ von einem sozialeren, kulturell reichen, naturnahen und kirchlicheren Leben in Amazonien. „Das geliebte Amazonien“ (Querida Amazonia) lautet der Titel des am 12. Februar 2020 veröffentlichten Lehrschreibens.
23. Dezember 2019
Soll die katholische Kirche darauf verzichten, von ihren Priesteramtskandidaten den Verzicht auf Ehe und Familie „um des Himmelreiches willen“ zu verlangen? Die Diskussion wurde schon im 19. Jahrhundert auch auf parlamentarischer Ebene geführt. Heute fordern auch viele in der Kirche den Verzicht vom Verzicht. Papst Franziskus wird die Frage demnächst in einem Apostolischen Schreiben beantworten. Warum aber gibt es den Zölibat überhaupt? Und was hat er mit Weihnachten zu tun?
15. Oktober 2019
„Christus öffnete ihren Sinn für das Verständnis der Schriften“ (Lk 24,32). So beginnt das Motu proprio „Aperuit illis“, mit dem Papst Franziskus am 30. September 2019 einen eigenen „Wort-Gottes-Sonntag“ eingeführt hat, erstmals für den 26. Januar 2020, auch um die Verbindung zum Judentum zu festigen. Verstehbar, wirksam und fruchtbar wird Gottes Wort aber erst durch Gottes Geist als Feuer: Es brät, wie Origenes erklärt, das „Rohe“ der Schrift, verwandelt es und macht es so genießbar.
13. September 2019
Ein Großteil der katholischen Theologen in Deutschland ist dafür, das Zentralkomitee der Deutschen Katholiken auch, die katholischen Kinder- und Jugendverbände und die großen Frauenverbände sowieso und inzwischen auch Generaloberinnen von Frauenorden – die Priesterinnenweihe in der Kirche muss um der Gerechtigkeit und Gleichbehandlung willen sein, mag eine 2000-jährige Tradition sagen, was sie will. Kann man da noch ernsthaft argumentativ dagegen sein? Ja, man kann – und man muss es auch.
21. Juli 2019
Im Jahr 2017 sind die ohnehin hohen Kirchenaustrittszahlen noch einmal gestiegen: 220.000 Getaufte aus der evangelischen (plus 11 Prozent), 216.000 aus der katholischen (plus 29 Prozent) haben ihrer Kirche den Rücken gekehrt, zusammen fast die Zahl der Einwohnerzahl im Großraum Mannheim-Heidelberg. Die evangelische City-Kirche Heidelberg versucht dem Trend durch außergewöhnliche Gottesdienstformen zu begegnen. Hilft Tanzen statt Beten?
26. Juni 2019
Der Körper ist biblisch der „Tempel des Heiligen Geistes“ (1 Kor 3,16; 6,19) und damit der Ort des Gottesdienstes im Geist als Selbstdarbringung im heiligen (Brand-)Opfer (Röm 12,1). Er kann aber auch zum Ort des Götzendienstes werden, das heißt des „Dienstes am Äußeren“ (hebr. awoda sara) wie besonders der sexuellen „Unzucht“ (1 Kor 6,18; Kol 3,5) und der Prostitution. Eine ehemalige Prostituierte hat ihre Erfahrungen jetzt in einem viel beachteten Buch veröffentlicht: „Körper sucht Seele“.
05. Juni 2019
Ganz erfüllt vom Heiligen Geist verkündet Petrus nach der Auferstehung Jesu: „Es ist uns Menschen kein anderer Name unter dem Himmel gegeben, durch den wir gerettet werden sollen“ (Apg 4,12), als der Name Jesus = JHWH rettet. Bibel- und Religionswissenschaft aber rätselt seit langem, was dieser Gottesname überhaupt bedeutet, ohne eine befriedigende Lösung zu finden. Dabei läge sie auf der Hand und besser: den zwei Händen.
01. Juni 2019
Als Zeichen der Solidarität mit Juden hat der Antisemitismus-Beauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, zur Aktion „Berlin trägt Kippa“ aufgerufen, besonders im Hinblick auf den anti-israelischen „Al-Kuds-Tag“ am Samstag (1. Juni), bei dem Muslime gegen Israel hetzen. Zuvor hatte Klein mit seiner Warnung, überall und jederzeit in Deutschland die Kippa zu tragen, in Israel einen Schock ausgelöst. Hilft als Zeichen der Solidarität auch die Wiedereinführung des Festes „Beschneidung des Herrn“ ?
20. Mai 2019
Die im 17. Jahrhundert entstandene Formel „ecclesia semper reformanda“ (die Kirche ist beständig zu reformieren) gilt als Urformel der Reformation. Die Aktionswoche „Maria 2.0“ vom 11. bis 18. Mai 2019 in Deutschland mit Frauenboykott und Forderungen nach altbekannten Kirchenreformen wurde mit dem Anschlag eines offenen Briefes an Papst Franziskus an Kirchentüren (in Münster) eröffnet – analog zum „Thesenanschlag“ Luthers.
15. Mai 2019
Homosexualität wird heute in der westlichen Welt als normale, natürliche Variante der sexuellen Orientierung betrachtet, während sie in anderen Kulturkreisen wie in islamischen Ländern oft unter Todesstrafe steht. 1973 entschied die American Psychiatric Assoziation, Homosexualität von der Liste der „psychischen Störungen“ (mental disorder) zu streichen. Wie aber entsteht eine homosexuelle Neigung bei einem Mann?

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