Bücher

Das Feuer vom Himmel

Gottes Geist der Weisheit und Liebe in Schöpfung und Kirche

An Pfingsten erfüllt sich der brennende Wunsch Jesu, ‚männliches‘ Feuer vom Himmel auf die ‚weibliche‘ Erde zu werfen. In der Feuergabe der Weisheit und Liebe aus der Höhe wird die eine, universale Kirche aus lebendigen Steinen erbaut, das Antlitz der Erde erneuert, Christi Heilswerk weitergeführt und alle Heiligung vollendet. Das Buch entfaltet eine heitere, ‚hochzeitliche‘ Theologie des Heiligen Geistes, der die Liebe ist, die sich ebenso in den Heiligen und den Engeln des Feuerhimmels (Em-pyreum) zeigt wie im Feuer der Liturgie oder den brennenden Herzen der Teilnehmer. In der Liebe kommen Natur und Gnade, in der Weisheit Vernunft und Glaube, Schöpfung und Erlösung ins Zusammenspiel. Dabei werden auch ‚dunkle‘ Themen wie Sünde und Tod, Teufel und Höllenfeuer sowie das Kreuz als ‚Ganzbrandopfer‘ Jesu nicht ausgespart, sondern neu erschlossen.


Die Schönheit des Logos

Kosmische Kreuzestheologie und das Mond-Mysterium der Kirche

In der Mediengesellschaft ist die Schönheit eine Weltmacht. Alles muss schön sein, wohlgeformt, rein und makellos, eine Lust zum Anschauen. Indem sich der ewige Schöpfer-Logos mit dem sterblichen Fleisch im „Hochzeitsmahl des Lammes“ vermählt, kommt dagegen ein neuer Begriff von Schönheit zum Tragen. Diese ist jetzt der Glanz der göttlichen Wahrheit, der Aufgang des ewigen Sinns des Ganzen, der Vollkommenheit des Himmlischen jenseits von Sünde und Tod. Bildlicher Ausdruck für die strahlende Schönheit des Logos ist von jeher die Sonne, während in der christlichen Bildtheologie der Mond für die (un-)erlöste Schöpfung steht.


Die Tür zur Gottesschau

Einführung in Bildwelten des Glaubens - Michael Triegels Augustinus-Retabel in der Pfarrkirche von Dettelbach

 

Wenn beim Kreuzestod Jesu der Vorhang vor dem Allerheiligsten des Tempels zerreißt, der ein ‚Bild des Himmels’ mit den vier Elementen darstellte, so versteht Augustinus dieses Zeichen so: „Auf dass sich im Mysterium des Kreuzes alles, was im Alten Testament verhüllt war, enthülle: darum ist der Vorhang im Tempel zerrissen worden.“ Es geht somit beim Kreuz um ‚Enthüllung’ (griech. apokalypsis) der alttestamentlichen Vorausbilder des Neuen Bundes, ja um die Öffnung der Tür des Paradies-Heiligtums als Ort der Gottesschau.

 

Die hier vorgelegten theologischen Betrachtungen zu den vier Bildern des Altar-Retabels von Michael Triegel in der Augustinuskirche von Dettelbach (Mainfranken) wollen im heutigen Denkhorizont in Sprach-, Symbol- und Bildwelten des christlichen Glaubens insgesamt einführen, wie sie sich in Bibel, Kult und Kunst entfalten. Im Zentrum steht dabei das heute so sehr missverstandene Kreuz selbst als das wichtigste Glaubenssymbol des Christentums, dem eine Erschließungsfunktion für Kosmos und Bibel zukommt. 

 


Die Krönung der Braut

Gottes Vermählung mit der Welt in Maria

Was die Theologie als ‚Selbstmitteilung Gottes’ auf den Begriff bringt, heißt in der mystischen Sprache der Bibel ‚Vermählung Gottes’. Maria ist als geisterfüllte Jungfrau die makellose „Braut der ewigen Hochzeit“ (Papst Franziskus), von Gott geliebt und mit der „Krone der Schönheit“ (Weisheit 5,16) und „Herrlichkeit“ (Psalm 8,6) gekrönt. So repräsentiert sie jede begnadete Menschenseele, die reine Schöpfung im Anfang, die erlöste Menschheit und die vergöttlichte Welt. Die vorliegende Untersuchung geht dem Zusammenhang zwischen der Schönheit Marias, dem Heiligen Geist und der Vermählung der Welt mit Gott nach und entfaltet so eine marianisch grundierte Kosmologie, biblische Brautmystik und Theologie des Wirkens des Geistes. Neues Licht fällt dabei auch auf die Frage der Frauenordination.


Das Alphabet der Offenbarung

Neubuchstabierung des Glaubens im Licht jüdischer Mystik

Die verborgene Ordnung und Weisheit in allen Dingen ist Gottes Ursprache, die auch der biblischen Offenbarung zugrunde liegt. Nach der jüdischen Mystik hängt diese Ursprache eng mit den 22 Buchstaben des hebräischen Konsonanten-Alphabets zusammen, die zugleich Zahlen sind. In den Schriften des Alten Testaments, vor allem der Thora, kann man über diese Urzeichen zahlreiche Hinweise finden, wie das Weltbuch zu lesen ist. Auch die Fleischwerdung des einen Logos in Jesus Christus bis hin zu Kreuz und Auferstehung lässt sich durch das „Alphabet der Offenbarung“ neu und tiefer verstehen.


Der Baum des Lebens

Kreuz und Thora in mystischer Deutung

In welchem Sinn ist der Baum des ewigen Lebens im Paradies identisch mit dem Wort Gottes, der Thora, und zugleich mit dem Kreuz und der Eucharistie als seiner Frucht? Inwiefern bedeutet er schon die Erlösung vom Sündenfall, dem Essen vom Baum der Erkenntnis, und die Auferstehung des Leibes? Und wie hängen Fall und Erlösung mit einem buchstäblichen und einem geistigen Verständnis der Heiligen Schrift zusammen? 

Diesen und weiteren Grundfragen zum Sinn der biblischen Offenbarung geht die Untersuchung nach und kommt zu dem überraschenden Ergebnis, dass zwischen der christlichen und der jüdischen Mystik als geistiger Schriftauslegung große Übereinstimmung besteht. Das eröffnet ganz neue Perspektiven für das Verständnis des Kreuzes und der inneren Einheit des Wortes Gottes sowie für den christlich-jüdischen Dialog.

 


Die Hochzeit am Kreuz

Eine Hinführung zur Mitte

Die Welt ist in polaren Gegensätzen auf die „hochzeitliche“ Vereinigung hin gebaut. Dieses „Weltprinzip“ des Hochzeitlichen (Alfons Auer) bedeutet, biblisch verstanden, das In-eins der „männlichen“ er-innernden Geistseite (Himmel) und der „weiblichen“ verhüllenden Leibseite (Erde) der Schöpfung. Im Maße, wie beides in der „Mitte“ integral eins ist, wohnt Gott dem Menschen und durch ihn der ganzen Schöpfung inne. Die Kreuzigung Christi am 6. Tag (Karfreitag) analog zur Erschaffung des Menschen als Mann und Frau am 6. Schöpfungstag und seine leibhafte Auferstehung am 8. Tag (als Neu-Schöpfung jenseits der 7-Tage-Schöpfung) symbolisieren die Einheit von horizontaler und vertikaler Zeit oder von Leibseite und Geistseite. Im „erhöhten“ Gekreuzigten in der „Mitte“, so die Kernaussage der vorliegenden Untersuchung, sind beide Seiten vollkommen eins: Er ist in sich König (Messias) und Königreich (Gottesherrschaft), Priester und Opfergabe, Bräutigam und Braut zugleich, der totus Christus, „männliches“ Haupt und „weiblicher“ Leib (Kirche) oder die „hochzeitlich“-sakramentale Vereinigung von Gottheit und Menschheit. In diesem Sinn ist der Heilstod Christi wesentlich Kreuzes-Tod, von dem sich der Mensch prägen lassen muss, um so in sich die Einheit der Gegensätze nachzuvollziehen und der ewigen Heilsgegenwart Gottes innezuwerden. „Im gekreuzigten und auferstandenen Christus können wir wirklich die alles vereinende Mitte der gesamten Wirklichkeit feiern“, ist doch das Kreuz „der Ausdruck von Christi ‚Hochzeit’ mit der Menschheit und zugleich der Ursprung und das Zentrum der Eucharistie“ (Benedikt XVI.) – als ewigem „Hochzeitsmahl des Lammes“.

Inhaltsverzeichnis

Vorwort


Der Schlüssel zum Paradies

Die Symbolik des Kreuzes Christi - Zwölf Bildmeditationen

Ein alter Hymnus besingt das Kreuz als des Himmels Schlüssel. Besser als der oft dualistisch missverstandene Himmel eignet sich das Bild vom paradiesischen Gottesgarten, um die anfänglich-schöpferische, leiblich-erotische und sinnlich-ästhetische Dimension der Liebe zum Ausdruck zu bringen. Das Paradies umfasst auch die Erde und die Natur. Es zeigt, dass die Geschichte vor Christus auch immer schon Heilsgeschichte ist: Licht und Leben in Christus, der von Anfang an der Welt verborgen gegenwärtig ist. Dasselbe gilt vom Kreuz als Lichtkreuz der Schöpfung und kosmischem Lebensbaum, das heißt als weltumfassendem Bundeszeichen der dreifaltigen Liebe Gottes.


Liebe, Glück und Tod

Die Enzyklika "Gott ist die Liebe" und das Hohelied Salomos

Die vorliegende Publikation vereint acht Beiträge zur Philosophischen Sommerwoche der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, die im August 2006 unter dem Titel Liebe, Glück und Tod stattfand. Es geht dabei um das Verhältnis von Eros und Agape in der ersten Enzyklika von Papst Benedikt XVI. „Gott ist die Liebe“ (Januar 2006) und dem alttestamentlichen Hohelied Salomons. Liebe ist der Enzyklika zufolge nicht allein als Agape, als vollkommene, schenkende Liebe zum Anderen (Caritas) zu bestimmen, sondern auch als Eros beziehungsweise Amor, die eine unvollkommene, begehrende, nach Glück und Erfüllung strebende Liebe ist, wie sie in der Geschlechterliebe zum Ausdruck kommt. In der theologischen und spirituellen Tradition des Christentums ist gerade das Verhältnis von Eros und Agape durch eine Sündenlehre belastet, die heute manche Kritik erfährt. Die Beiträge nähern sich dem Themenkomplex von verschiedenen Fachrichtungen aus.